Das Forum Bildung Digitalisierung unter neuer Leitung: Jacob Chammon wird am 1. April Vorstand

Jacob Chammon übernimmt das Amt als geschäftsführender Vorstand des Forum Bildung Digitalisierung von Dr. Nils Weichert. Er vertritt damit den Verein und ist verantwortlich für die Leitung der Geschäftsstelle sowie die Umsetzung der Projekte.

Jacob Chammon war Schulleiter der Deutsch Skandinavischen Gemeinschaftsschule in Berlin, hat den Entwicklungsprozess zu einer digitalen Schule erfolgreich gestaltet und konnte dabei auf seine Erfahrungen aus Dänemark zurückgreifen. Er ist ausgebildeter Lehrer und hat zahlreiche didaktische Bücher und Unterrichtsmaterialien veröffentlicht. Außerdem war er als Berater und Coach für Schulleitungen und Schulverwaltungen tätig. Seit 1. Oktober 2019 arbeitete er als Produkt- und Projektmanager beim Forum Bildung Digitalisierung. Dort verantwortete er die Angebote für Schulen. „Ich freue mich als Vorstand, meine Expertise aus der Praxis einzubringen, Brücken zu bauen zwischen den Akteuren im Bildungssystem und sie mit guten Angeboten zu begleiten und zu unterstützen“, so Chammon. Die Mitgliedsstiftungen wünschen Jacob Chammon in seinem neuen Amt einen erfolgreichen Start und gutes Gelingen.

Der bisherige geschäftsführende Vorstand Dr. Nils Weichert legt nach zwei Jahren sein Amt auf eigenen Wunsch zum 31. März nieder, um sich neuen Aufgaben zu widmen. Seit 2018 hat er den Aufbau des Vereins erfolgreich fortgeführt und gemeinsam mit Schulen, Zivilgesellschaft, Verwaltung und Politik den komplexen digitalen Veränderungsprozess gestaltet. Die Mitgliedsstiftungen danken Dr. Nils Weichert für die hervorragende und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Die Stiftungsvertreterinnen und -vertreter wünschen ihm für seine berufliche und persönliche Zukunft alles Gute und weiterhin viel Erfolg.

Das Forum Bildung Digitalisierung gestaltet den digitalen Wandel im Bildungsbereich. Im Zentrum der Arbeit stehen die Chancen digitaler Medien für die Schul- und Unterrichtsentwicklung. Dafür gibt das Forum Empfehlungen, erarbeitet praktische Lösungen und leistet Orientierungshilfe für schulische Veränderungsprozesse. Innerhalb von Konferenzen und Werkstätten finden Akteure aus Bildungspraxis, Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft eine Plattform für Austausch und Vernetzung. Im Forum engagieren sich derzeit acht deutsche Stiftungen: Deutsche Telekom Stiftung, Bertelsmann Stiftung, Dieter Schwarz Stiftung, Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, Robert Bosch Stiftung, Siemens Stiftung, Stiftung Mercator und Joachim Herz Stiftung. Die große Erfahrung in der Begleitung und Gestaltung bildungspolitischer Veränderungsprozesse fließt in die Arbeit des Forums mit ein.

Interview zum Vorstandswechsel mit Jacob Chammon


Das Forum Bildung Digitalisierung bietet bisher vor allem eine Plattform für Austausch und Vernetzung für verschiedene Stakeholder in der Bildungslandschaft. Welche Akzente wollen Sie in Ihrer neuen Funktion als Vorstand setzen?

Ich möchte weiter auf die großen Stärken des Forum Bildung Digitalisierung zurückgreifen und den Plattform- und Netzwerkgedanken weiterführen. Mit der Konferenz Bildung Digitalisierung ist es dem Forum gelungen, die Leitkonferenz für gute Schule in der digitalen Welt im deutschsprachigen Raum zu etablieren. Daran wollen wir in den kommenden Jahren anknüpfen und die Konferenz weiterentwickeln und darüber hinaus mit den Teilnehmenden in den Austausch treten, inwiefern Themen der Konferenz in die jeweiligen Kontexte übertragen werden konnten. Mir liegen dabei insbesondere auch zielgruppenübergreifende Formate sehr am Herzen. Ich sehe meine Rolle als Vorstand hier vor allem als Brückenbauer zwischen den einzelnen Stakeholdern und das Forum als starken Navigator, der gute Ansätze und Konzepte im Feld sichtbar macht, kuratiert und in die Breite trägt. Denn nur, wenn wir alle – Schulen, Schulträger, Entscheidungsträger*innen aus Politik und Verwaltung und Zivilgesellschaft – zusammenarbeiten, können wir wirksam werden und die Schulen unterstützen.
Bislang hat das Forum sehr eng mit der Praxis, also den Schulleitungen und engagierten Lehrkräften, in der Werkstatt schulentwicklung.digital gearbeitet. Daraus ist ein starkes Schulnetzwerk entstanden. Mir ist dieser Austausch sehr wichtig. Wir wollen deshalb in diesem Jahr vertiefend mit den Schulen arbeiten, etwa mit Community Calls für Schulleitungen zu aktuellen Themen und Fragen. Es ist aber auch wichtig, das ganze System im Blick zu haben. In bundesweiten Schulträger Labs möchten wir mit Schulträgern zusammenarbeiten, mit ihnen in den Austausch über konkrete Bedarfe gehen und gemeinsam den pädagogisch sinnvollen Einsatz digitaler Medien planen sowie umsetzen. Dabei sind wir bestrebt, insbesondere auch die Perspektive von Schulleitungen miteinzubeziehen und gemeinsam gute Lösungen zu erarbeiten. Ein weiteres Beispiel ist unser neues Fachmagazin Plan BD, mit dem wir Entscheidungsträger*innen aus der Bildungsverwaltung eine fachliche und praxisnahe Orientierung bieten und über zukunftsweisende Strategien und Modelle für Schule in der digitalen Welt informieren möchten.

Als ehemaliger Schulleiter haben Sie selbst einen erfolgreichen digitalen Schulentwicklungsprozess angestoßen und gestaltet. Was würden Sie Schulleitungen mit auf den Weg geben?
Seien Sie mutig! Als Schulleitung ist es ganz wichtig, den Mut zu haben, das Thema Digitalisierung prominent auf die schulinterne Agenda zu setzen. Denn Schulentwicklung braucht Geduld und Zeit und dazu gehört auch eine Fehlerkultur, die gelebt werden muss.
Ich mag hier besonders das Bild der Schulleitung als Lokomotive: Eine gute Lokomotive startet auch mit langsamen, aber stetigem Tempo, steigert sich Stück für Stück und der Weg wird leichtgängiger. Fangen Sie also mit kleinen Schritten an: Zum Beispiel kann eine Arbeitsgruppe damit beginnen, ein bestimmtes Tool oder eine digitale Lernumgebung zu testen. Die Aufgabe der Schulleitung ist es dann zu überlegen, wie die Ergebnisse nachhaltig im Schulprogramm verankert werden können. Zudem ist es unabdingbar, dass alle Schüler*innen an der digitalen Entwicklung teilhaben – ganz gleich ihrer sozialen Herkunft.
Generell gilt: Digitalisierung ist eine Frage der Haltung. In Dänemark haben wir einen Ausdruck, der verwendet wird, wenn jemand einem Thema eher skeptisch gegenübersteht. Dann sagen wir: „Zieh bitte die Ja-Mütze an“, und genau das erhoffe ich mir auch für Deutschland. Wir wollen uns gemeinsam dem Thema Digitalisierung mit einem lauten „Ja” widmen und mit viel Zuversicht vorangehen.

Was treibt Sie persönlich gerade um?
Die aktuelle Situation rund um das Coronavirus treibt mich insbesondere auch als ehemaliger Schulleiter um. Diese Situation ist herausfordernd und neu – für Schulleitungen und Lehrkräfte, aber auch für Schüler*innen und ihre Eltern. Wir alle sind jetzt aufgefordert, in praktischen Lösungen zu denken. Mir ist es wichtig, dass wir nicht mit dem Zeigefinger auf Fehler der Vergangenheit oder politische Versäumnisse hinweisen, sondern die Möglichkeiten und Chancen dieser Situation sehen. Denn sie kann ein großer Schub für die Digitalisierung sein. Die Schulen brauchen konkrete Lösungsvorschläge und keine klugen Ratschläge! Viele Schulen betreten Neuland, müssen umdenken und kreative Lösungen finden, damit das Lehren und Lernen weitergeht. Die Schere zwischen den Schulen, die schon weit in der Digitalisierung fortgeschritten sind, und den Schulen, die noch am Anfang stehen, darf dabei nicht größer werden. Wir müssen sicherstellen, dass alle Schulen mitkommen und profitieren. Hier können insbesondere auch die Zivilgesellschaft und das Forum mit seinen Mitgliedsstiftungen und dem Netzwerk zivilgesellschaftlicher Partner anknüpfen und die Schulen mit inhaltlicher Expertise und guten Angeboten begleiten und unterstützen.

 

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