experimenta-Jahr 2021 startet mit Jugend forscht

Trotz zweier Lockdowns konnte die experimenta im letzten Jahr 127.847 Besucher verzeichnen. Beliebt bei den Gästen war auch das Schiff MS experimenta, das bei seiner Tour durch Süddeutschland an allen zehn Stationen ausgebucht war. Im Jahr 2021 stehen mit dem Finale des Landes- und Bundeswettbewerbs von Jugend forscht sowie der Sonderausstellung „Ozeane“ außergewöhnliche Projekte an.

„Auch in der experimenta hat das Corona-Jahr 2020 einiges auf den Kopf gestellt: So mussten wir an 134 Tagen unser Haus geschlossen halten und uns immer wieder auf neue Begleitumstände einlassen“, blickt Dr. Wolfgang Hansch, Geschäftsführer der experimenta, zurück. „Doch es wurden auch neue Kräfte freigesetzt und wir konnten online zahlreiche Mitmachaktionen für Zuhause anbieten. Dass das persönliche Erleben vor Ort, sich durch nichts ersetzen lässt, haben uns jedoch die 232 Öffnungstage gezeigt: Dank eines limitierten Zugangs über das Online-Ticketing sowie umfangreichen Schutz- und Hygienemaßnahmen im Haus waren wir gut gewappnet und konnten Jung und Alt eine willkommene Abwechslung vom Alltag bieten.“

Rückblick 2020: Safety first
Im Jahr 2020 zählte die experimenta trotz eingeschränkten Betriebs 127.847 Besucher. Vom 7. März bis 15. Mai und vom 1. November an wurde die Wissens- und Erlebniswelt wegen des bundesweiten Lockdowns geschlossen. Nach dem ersten Lockdown war der Besuch der Ausstellung auf maximal 150 Personen jeweils am Vor- und am Nachmittag begrenzt. Umfangreiche Schutzmaßnahmen wie das Anbringen von Plexiglasscheiben, das verbindliche Tragen von Gesichtsmasken und regelmäßige Reinigungsarbeiten schützten Mitarbeiter und Gäste. Science Dome, Experimentaltheater und Sternwarte gingen aufgrund unterschiedlicher gesetzlicher Regelungen erst wieder am 6. Juni in Betrieb. Aufgrund der positiven Resonanz bei den Gästen und der breiten Zustimmung zum Schutz- und Hygienekonzept konnte zeitgleich das Besucherkontingent der experimenta von 300 auf 500 Personen pro Tag erhöht werden.

Gut besucht waren die Sonderausstellungen in der experimenta. Mit der speziell für Kinder konzipierten Ausstellung „Tierbabys“, die bis zum 6. März zu sehen waren, illustrierte das Ausstellungsteam das Abenteuer vom Großwerden in der Tierwelt. Während der Sommermonate, von 4. Juli bis 13. September, brachten die Besucher mit der Sonderschau „Schlag-Zeug“ die experimenta zum Klingen. Am 24. Oktober folgte die vielbeachtete Mitmachausstellung „Du und dein Gehirn – ein gutes Team!“. Sie stammt aus dem renommierten finnischen Science Center Heureka und ist noch bis zum 2. Mai 2021 in der experimenta zu Gast. Für echte Rennsport-Atmosphäre sorgten die Deutschen Meisterschaften des interdisziplinären Technologie-Wettbewerbs „Formel 1 in der Schule“, der am 18. und 19. September im Tieffoyer des Neubaus stattfand.

Vier Flüsse, zehn Städte und 800 Kilometer Wegstrecke legte die MS experimenta im letzten Jahr bei ihrer Tour durch Süddeutschland innerhalb von drei Monaten zurück. Dank der 21 neu konzipierten Mitmachstationen, dem Mini Dome und den vielfältigen Workshops erlebten die kleinen und großen Besucher eine spannende Zeit an Bord. So verwundert es nicht, dass die MS experimenta an allen zehn Stationen in Heidelberg, Karlsruhe, Frankfurt, Aschaffenburg, Freudenberg, Marktheidenfeld, Würzburg, Schweinfurt, Nürnberg und Bamberg ausgebucht war. Für Aufsehen sorgt auch die am 3. Oktober 2020 eröffnete Sonderfläche „Erleben schafft Wissen“ im Mercedes-Benz Museum. Der 240 Quadratmeter große interaktive Wissensparcours ist Bestandteil einer Kooperation und bleibt für zwei Jahre in Stuttgart. Das Mercedes-Benz Museum schätzt das „Mitmach-Know-how“ der experimenta, während das Heilbronner Science Center wiederum von der hohen Markenbekanntheit und dem internationalen Publikum des Museums profitiert.

Programm 2021: Zukunft positiv gestalten
In der experimenta steht das Jahr 2021 weitgehend im Zeichen von Jugend forscht und dem Motto „Lass Zukunft da“. Während der Landeswettbewerb Baden-Württemberg vom 22. bis 24. März von der experimenta in Kooperation mit dem natec Landesverband als Patenunternehmen digital ausgerichtet wird, ist das Bundesfinale vom 27. bis 30 Mai als Präsenzveranstaltung in Deutschlands größtem Science Center geplant. Großer Beliebtheit erfreuen sich die Online-Angebote der Forscherwelten für Schüler aller Altersklassen, die als gelungene Mischung aus Mitmachangeboten und interessanten Vorträgen eine willkommene Abwechslung zum Homeschooling bieten. Die speziell für Jugendliche und junge Erwachsene konzipierten SciDay-Vorträge greifen zukunftsweisende Themen auf: International anerkannte Wissenschaftler referieren beispielsweise zu Themen wie Batterietechnik, Servicerobotik oder Computerlinguistik. Dass die Förderung von Mädchen in den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) der experimenta besonders am Herzen liegt, unterstreichen die Programme Girls‘ Day College und Girls‘ Digital Camps. Die vom baden-württembergischen Wirtschaftsministerium geförderten Girls‘ Digital Camps sollen Schülerinnen dabei unterstützen, ihre digitalen Kompetenzen auszubauen. Gemeinsam mit dem Verein Didaktik aktuell e.V. und der Pädagogischen Hochschule Heidelberg als Verbundkoordinatorin setzt die experimenta die Girls‘ Digital Camps in sieben Regionen um. Hierzu gehören die Regionen Rhein-Neckar und Heilbronn Franken sowie Bodensee-Oberschwaben, Donau-Iller, Hochrhein-Bodensee, Schwarzwald-Baar-Heuberg und Südlicher Oberrhein.

Ozeane – Eine Reise in verborgene Welten
In den Entdeckerwelten kündigt sich mit der Sonderausstellung „Ozeane – Eine Reise in verborgene Welten“ im Juni eine der Hauptattraktionen des Jahres an. Die rund 800 Quadratmeter große Ausstellung vom American Museum of Natural History in New York wird erstmals in Deutschland zu sehen sein. Sie bildet den Auftakt zum Aktionszeitraum „Wasserwelten“, in dem die experimenta von Juni bis November eine Vielfalt an Mitmachprogrammen, Filmen, Vorträgen und Workshops anbietet. Wissenswertes über ein unterschätztes Organ erfahren die Besucher in der am 2. Dezember startenden Sonderausstellung „Darm mit Charme“, die auf dem gleichnamigen Bestseller von Giulia Enders basiert. Die Ausstellung stammt aus dem Cité des sciences et de l’industrie in Paris und widmet sich dem menschlichen Verdauungssystem. Der Ausstellungsbesucher lernt die Organe des Verdauungssystems näher kennen; er erfährt alles über ihre Zusammensetzung, ihr Funktionieren und ihre wichtige Rolle für die Gesundheit.

Auch auf den vier Etagen der Ausstellung gibt es dieses Jahr Neuerungen zu bestaunen. So wurden einige der Eingangsbereiche inhaltlich überarbeitet und führen nun noch besser in die jeweiligen Themenwelten ein. An der Station „Wetterwechsel“ kann jetzt auch Winterwetter simuliert werden, und im zweiten neuen Szenario des Exponats taucht nun ein Murmelspiel auf: Entsprechend der gegrabenen Sandlandschaft rollen Kugeln physikalisch korrekt bergab und können im Spiel durch Magneteffekte und verschiedene Flipperelemente verändert und beeinflusst werden. Und inspiriert vom Windobjekt „Strandbeest“ des niederländischen Künstlers Theo Jansen, das im Foyer des dritten Stocks steht, können Besucher künftig an einer neuen Mitmachstation ihr eigenes Strandtier konstruieren und testen. Etwas Neues wagt die experimenta auch mit der Organisation und Ausrichtung der Fachtagung „Interaktion“ vom 8. bis 10. Juli. Sie richtet sich an Ausstellungsmacher, die mehr über Wirkungen und Effekte interaktiver Ausstellungsangebote kennenlernen möchten.

Science Dome, Sternwarte oder Experimentaltheater – in den Erlebniswelten der experimenta wird Wissenschaft spektakulär erzählt. Mit seinem 360-Grad-Kino ist der im Jahr 2020 mit den Preisen „AV Technology Award“ in der Kategorie „Visitor Attraction Project of the Year“ und „ILDA Award“ in der Kategorie „Permanent Installation“ ausgezeichnete Science Dome die Bühne für große Auftritte. Neu in diesem Jahr gibt es dort die Naturdokumentation „Expedition Reef“ über die Geheimnisse der Korallenriffe und den im Mai startenden Kinder-Animationsfilm „Das Zauberriff“ zu sehen. Von der innovativen Schaffenskraft der Menschen im Bereich Konstruktion erzählt der Film „Dream Big“, der im September anläuft.

Großes Theater bietet das Stück „Schwarze Schwäne“, dessen Premiere am 16. April im Science Dome vorgesehen ist. Mit dem Drama gewann Christina Kettering 2019 den ersten Preis beim „Science & Theatre“- Dramenwettbewerb, der vom Theater Heilbronn und der experimenta ausgelobt wurde. „Schwarze Schwäne“ stellt sich der Frage, inwiefern künstliche Intelligenz Menschen hilft- oder ob sie vielleicht eines Tages doch zur Bedrohung werden kann. Das spannende Zwei-Personen-Stück dreht sich dabei auch um das gesellschaftliche Rollenverständnis von Frauen und Töchtern, um familiären Druck und darum, wie eine Gesellschaft mit dem Altern umgeht. Vom 17. bis 21. November lockt dann die zweite Auflage des „Science & Theatre“-Festivals, bei dem es um ethisch-moralische Fragestellungen im Bereich Forschung und Wissenschaft geht, internationale Theaterproduktionen nach Heilbronn.

Die Welt des Wissens auf Tour
Mit der MS experimenta macht sich das schwimmende Aushängeschild von Deutschlands größtem Science Center auch 2021 wieder auf den Weg durch die Bundesrepublik. Geplant sind 22 Stationen entlang von Saar, Mosel, Rhein, Main und Neckar. Die Tour führt durch die fünf Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Hessen und Baden-Württemberg. Angelegt wird unter anderem in den Landeshauptstädten Saarbrücken, Mainz, Düsseldorf, Wiesbaden und Stuttgart.

Neue Wege schlägt die experimenta bei der Berufsausbildung ein. Seit September 2020 ist das Science Center als Ausbildungsstätte aktiv. Die ersten drei Azubis gingen in den Bereichen Büromanagement, IT und Mediengestaltung an den Start. Außerdem hat die experimenta seit Herbst 2020 eine duale Studentin im Studiengang BWL-Dienstleistungsmanagement mit dem Schwerpunkt Human Resources an Bord. Auch Freiwilligendienste sind jetzt möglich: Bereits seit August 2020 sind Jugendliche und junge Erwachsene im Einsatz, die ein Freiwilliges Soziales Jahr, ein Freiwilliges Ökologisches Jahr und ein Freiwilliges Soziales Jahr in Wissenschaft, Technik und Nachhaltigkeit absolvieren.

Barrierefreies Erleben
Jeder soll am öffentlichen Leben teilnehmen können. Die experimenta setzt sich deshalb für Inklusion ein und ermöglicht einen barrierefreien Besuch. Für Menschen mit schweren Behinderungen und ihre Angehörigen oder Assistenten steht eine „Toilette für alle“ inklusive Wickelraum im Bestandgebäude offen. In allen Bereichen der experimenta, von der Ausstellung mit ihren zahlreichen Mitmachstationen über Science Dome und Sternwarte bis hin zu den Laboren und dem Maker Space, arbeitet die experimenta kontinuierlich daran, den barrierefreien Zugang für Menschen mit Behinderungen weiter zu verbessern. So werden zum Beispiel alle Mitmachstationen zukünftig auch in Leichter Sprache erläutert und im Kassenbereich erhältliche Tastpläne in Brailleschrift erleichtern blinden und stark sehbeeinträchtigten Besuchern die Orientierung im Gebäude.

Gerüstet für die Zukunft
Während der Corona bedingten Schließzeiten hat sich die experimenta intensiv mit ihrem Selbstverständnis und der strategischen Ausrichtung beschäftigt. Das Ergebnis ist eine neue Positionierung mit dem Anspruch, sich als informelle Bildungseinrichtung für die Wissensgesellschaft im 21. Jahrhundert zu etablieren. Dazu möchte das Science Center die großen Fragen der Gegenwart und Zukunft in konkrete Bildungsangebote für das Lebensumfeld seiner Besucher übersetzen. Diese sollen unter dem Motto „Erleben schafft Wissen“ selbst zu Entdeckern werden – interaktiv, forschend, audiovisuell, immer partizipativ und häufig im Dialog mit anderen. So kann in der experimenta jeder mit den fünf Sinnen Hören, Riechen, Schmecken, Sehen und Tasten neue Erfahrungen sammeln und die Welt entdecken. So vielfältig wie die Sinneswahrnehmung ist die experimenta in einer sich rasant durch Wissenschaft und Technik verändernden Welt deshalb gleich fünf Orte in einem: Ort des Wissens, Ort der Freizeitgestaltung, Ort der Aus- und Weiterbildung, Ort des Diskurses sowie Ort der Forschung.

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(v.l.) Bernd Kreinhop (Abteilung Baurecht), Josef Klug (Schwarz-Gruppe), Baubürgermeister Wilfried Hajek, Projektleiterin Nina Tucman (Schwarz-Gruppe) und Tina Urban (Schwarz-Gruppe)

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