Lernwelt Hochschule – Publikation zum State-of-the-art und möglichen Strategien erschienen

Die Welt der Hochschulen ist in Bewegung. Neben den Herausforderungen die der „Shift from Teaching To Learning“ mit sich bringt, rückt aktuell die Corona-Pandemie die Digitalisierung, also das Online-Lehren und Online-Lernen, in den Fokus der Aufmerksamkeit. Die Herausforderungen, die sich aus dieser Situation ergeben, zeigte auch das dreijährige Forschungsprojekt „Lernwelt Hochschule“ bereits auf, dessen Ergebnisse nun in einer ersten Publikation vorliegen.

In Anbetracht der gesellschaftlichen und technologischen Veränderungsprozesse stellt sich auch für Hochschulen die Frage, wie sie in Zukunft den Studierenden die Kompetenzen vermitteln können, die notwendig sind, um die Herausforderungen meistern. Die aktuelle Situation zeigt, dass es bezüglich der strategischen Ausrichtung einen Nachholbedarf in Deutschland gibt.

Die Forscherinnen und Forscher des Projekts „Lernwelt Hochschule“ zeigen auf, dass die Hochschullandschaft in den vier Dimensionen „Hochschulorganisation“, „Hochschuldidaktik“, „digitale Strukturen“ und „physische Lehr- und Lernräume“ in Bewegung ist und allmählich auf die Herausforderungen reagiert. Doch auch die Hochschulpolitik ist in einem besonderen Maße gefordert. Der wissenschaftliche Leiter des Forschungsprojektes, Prof. Dr. Richard Stang, Hochschule der Medien Stuttgart (HdM), sieht gravierende Problemlagen: „Bei den Hochschulen in Deutschland ist es im Prinzip ähnlich wie bei der Automobilindustrie. Über Jahrzehnte wähnte man sich an der Spitze der Entwicklung und sah es als unnötig an, grundlegende Veränderungen vorzunehmen. Plötzlich verändern sich die Strukturen und die Märkte und man muss aufwändig versuchen, verlorenes Terrain wieder zurückzugewinnen. Die Corona-Krise dynamisiert diese Herausforderungen noch.“ Dass es bezogen auf die Hochschullandschaft dabei nicht nur um „Schönheitskorrekturen“ geht, sondern der Wandel auf den Feldern Organisation, Lehre und Lernen, Raumgestaltung sowie digitale Strukturen grundlegende Veränderungen erfordert, wird auch unter dem aktuellen Druck, die Lehre zu digitalisieren deutlich.

Einer der Schwerpunkte des Forschungsprojekts bestand darin, den Fokus auf Studierendenorientierung und den verstärkten Einbezug Studierender in die strategische Entwicklung zur Gestaltung der Lehr- und Lernumgebungen zu legen. Weiterhin haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Good Practice-Beispiel eruiert, die aufzeigen, wie gute Lehre gelingen kann. Sie haben auch Defizite und weitere Herausforderungen identifiziert, die sie ebenfalls vorstellen. Es wurde deutlich, dass es an einigen Hochschulen interessante Ansätze gibt, die allerdings oft nur im konkreten Umfeld greifen. So werden Konzepte des projektorientierten Lernens sicher an Dynamik gewinnen und der studentische Einbezug in strategische Entscheidungen wird steigen, sowie die Entwicklung der digitalen Lehre – nicht nur unter dem aktuellen Einfluss – vorangetrieben wird.

Das Forschungsprojekt wurde von der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) in Zusammenarbeit mit der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg, der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) realisiert und von der Dieter Schwarz Stiftung gefördert.

 

Der Band „Lernwelt Hochschule – Dimensionen eines Bildungsbereiches im Umbruch“ beschreibt den State-of-the-art mit Herausforderungen und Good Practice-Beispielen. Er steht als Open Access-Publikation zur Verfügung. Im Juni 2020 erscheint der Band „Zukunft Lernwelt Hochschule“, der einen Blick von außen auf die Entwicklungen der Lernwelt Hochschule wirft und einen Baukasten zur Entwicklung von Good Practice anbietet.

Weitere Informationen zum Projekt finden sich unter www.zukunftlernwelthochschule.de.

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